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    <title>Unkenrufe : Rubrik:Ungereimtes</title>
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    <dc:publisher>Unke</dc:publisher>
    <dc:creator>Unke</dc:creator>
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    <title>Unkenrufe</title>
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  <item rdf:about="http://unke.twoday.net/stories/4514932/">
    <title>Und bei Entscheider ...</title>
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    <description>... muß ich unweigerlich an Sandkastenspiele denken, und wie ich und mein Kumpel, beide fünfjährig, vor Beginn eines Spiels immer festlegten, wer der Bestimmer sei. In meiner Vorstellung entsteht das höchst amüsante Bild geschnigelter Anzugträger (nasser Sand klumpt auf dem Nadelstreifensakko, der Stoff überm Knie feucht, von der Krawatte rieselt es), wie sie im Sand hocken und einander mit Förmchen bewerfen.</description>
    <dc:creator>Unke</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://unke.twoday.net/topics/Ungereimtes&quot;&gt;Ungereimtes&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 Unke</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-07T10:11:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://unke.twoday.net/stories/4508799/">
    <title>Lexikalische Fundstücke: Pleonasmen &amp; Tautologien</title>
    <link>http://unke.twoday.net/stories/4508799/</link>
    <description>Ein weiteres Beispiel dümmlich-steifer Bildungen im modernen Beamtendeutsch ist der unschöne Pleonasmus in der Bahn-Durchsage:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Der Intercity 12345 von A nach B, planmäßige Ankunft X:YY Uhr, wird in der Ankunft 5 Minuten später eintreffen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich das richtig verstehe, hat sich der Zug demnach in der Verspätung 5 Minuten verspätet.</description>
    <dc:creator>Unke</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://unke.twoday.net/topics/Ungereimtes&quot;&gt;Ungereimtes&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 Unke</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-05T11:49:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://unke.twoday.net/stories/4488999/">
    <title>Rechtschreibquiz</title>
    <link>http://unke.twoday.net/stories/4488999/</link>
    <description>Sehr geehrte &quot;Leben&quot;-Redaktion,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Ihrem &lt;a href=&quot;http://spiele.zeit.de/rechtschreibquiz/&quot;&gt;Onlinequiz&lt;/a&gt; zur deutschen Rechtschreibung zeigen viele Fragen eine &lt;a href=&quot;http://unke.twoday.net/stories/2500137/&quot;&gt;Verwechslung&lt;/a&gt;, die immer wieder in der leidigen Diskussion um die sogenannte neue Rechtschreibung zu beobachten war. Unzulässig vermischt werden dabei die deutsche Grammatik und Lexikologie mit Fragen der Rechtschreibung, zwei Gegenstandsbereiche, die unbedingt auseinanderzuhalten wären.&lt;br /&gt;
Es ist eben keine Frage richtiger oder falscher Schreibung, wie der Plural oder Singular eines Wortes lautet, oder wie die korrekte Kasusrektion eines Verbs ist. Natürlich können Sie derartiges in einem Quiz abfragen; nur nennen Sie es dann doch nicht Rechtschreibquiz (sondern Grammatikquiz, wenn Sie wollen). Wenn Sie Bereiche der Grammatik in ein solches Ratespiel hineinholen gibt das nur jenen Stimmen recht, die lächerlicherweise behaupten, eine Reform der Rechtschreibung verhunze &quot;die Sprache&quot;, oder sei ihr in sonst einer Form abträglich. Die Rechtschreibung ist aber ebensowenig &quot;die Sprache&quot;, wie Verkehrszeichen &quot;der Verkehr&quot; sind. Bitte helfen Sie mit, derartige Irrtümer abzubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zweiter Punkt betrifft den Plural von &quot;Plural&quot;. Das Wort hat -- entgegen Ihrer Behauptung im Quiz -- sehr wohl einen Plural. Er lautet: &quot;Pluralia&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit freundlichem Gruß</description>
    <dc:creator>Unke</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://unke.twoday.net/topics/Ungereimtes&quot;&gt;Ungereimtes&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2007-11-28T09:51:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://unke.twoday.net/stories/4485864/">
    <title>Suchbegriff</title>
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    <description>&quot;Singular von &lt;i&gt;Praktikum&lt;/i&gt;&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, schlauer jetzt?</description>
    <dc:creator>Unke</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://unke.twoday.net/topics/Ungereimtes&quot;&gt;Ungereimtes&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 Unke</dc:rights>
    <dc:date>2007-11-27T09:41:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://unke.twoday.net/stories/4481301/">
    <title>lexikalische Fundstücke: &quot;baldmöglichst&quot;</title>
    <link>http://unke.twoday.net/stories/4481301/</link>
    <description>&quot;Bitte kommen Sie baldmöglichst zur Vertragsunterzeichnung vorbei&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kommt davon, wenn man so sehr auf Geschäftsdeutsch geeicht ist, daß einem die Formulierung &quot;so bald wie möglich&quot; zu wenig steif, zu locker, zu informell klingt -- wenn sie einem überhaupt einfällt. Andererseits scheint dem Autor der Jargon dann doch noch nicht ganz geläufig zu sein, sonst hätte er auf das saloppe Verb &quot;vorbeikommen&quot; verzichtet. Steifere Wendungen gibt es nicht wenige: &quot;vorsprechen&quot;, &quot;sich einfinden&quot;, &quot;vorstellig werden&quot; hätten sich da angeboten, vielleicht sogar &quot;erscheinen&quot;, am besten in einer offiziellsprachlichen Nominalisierung, also etwa: &quot;Um Ihr schnellstmögliches Erscheinen zwecks Vertragsunterzeichnung wird gebeten.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach, was ist die deutsche Sprache doch vielfältig und ausdrucksstark! Man versteht gar nicht, daß so viele ihren Niedergang anzukündigen fleißigmöglichst, pardon, &lt;i&gt;fleißigstmöglich&lt;/i&gt; bemüht sind.</description>
    <dc:creator>Unke</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://unke.twoday.net/topics/Ungereimtes&quot;&gt;Ungereimtes&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 Unke</dc:rights>
    <dc:date>2007-11-26T10:10:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://unke.twoday.net/stories/4465269/">
    <title>immer nicht</title>
    <link>http://unke.twoday.net/stories/4465269/</link>
    <description>&quot;Ich weiß immer nicht, wo ich das abstellen soll ...&quot;, &quot;Immer kommst du nicht pünktlich!&quot;, &quot;Seine Frau sagt immer nicht, was sie meint.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liebe Leserinnen und Leser, haben Sie auch den Eindruck, daß immer mehr Menschen das logisch analytische &lt;i&gt;immer nicht&lt;/i&gt; gegenüber dem logisch komplexen &lt;i&gt;nie&lt;/i&gt; immer mehr bevorzugen und man immer öfter immer mehr Leute trifft, die immer nicht &quot;nie&quot; sagen?</description>
    <dc:creator>Unke</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://unke.twoday.net/topics/Ungereimtes&quot;&gt;Ungereimtes&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 Unke</dc:rights>
    <dc:date>2007-11-20T13:10:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://unke.twoday.net/stories/4442158/">
    <title>Vagina, -ae, f. Schwertscheide</title>
    <link>http://unke.twoday.net/stories/4442158/</link>
    <description>Übrigens, weil jemand danach gesucht (heute sagt man wohl googln dazu) hat: der Plural von &lt;i&gt;Vagina&lt;/i&gt; ist &lt;i&gt;Vaginae&lt;/i&gt;, und von &lt;i&gt;Praktikum&lt;/i&gt; immer noch &lt;i&gt;Praktika&lt;/i&gt;. Auch wenn es merkwürdige Singularisierungen aus dem englischen Sprachraum (&lt;i&gt;visa, data&lt;/i&gt;) anders vermuten lassen: Der Singular ist &lt;i&gt;Praktikum&lt;/i&gt;, nicht &lt;i&gt;*Praktika&lt;/i&gt; (&lt;i&gt;*ein Praktika, *zwei Praktikas&lt;/i&gt;, und auch nicht *&lt;i&gt;eine Praktika&lt;/i&gt;, wie &lt;i&gt;Petra&lt;/i&gt; oder &lt;i&gt;Manuela&lt;/i&gt;)&lt;br /&gt;
Und wo wir schon einmal dabei sind: das &lt;i&gt;i&lt;/i&gt; in &lt;i&gt;Vagina&lt;/i&gt; ist ein &lt;i&gt;&#299;&lt;/i&gt;, und daher nach den Betonungsregeln des Lateinischen betont. Die korrekte Aussprache ist also [va:g&#697;i:na], nicht *[&#697;vagina].</description>
    <dc:creator>Unke</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://unke.twoday.net/topics/Ungereimtes&quot;&gt;Ungereimtes&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 Unke</dc:rights>
    <dc:date>2007-11-13T10:25:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://unke.twoday.net/stories/3808176/">
    <title>Orthographie: s-Laute des Deutschen</title>
    <link>http://unke.twoday.net/stories/3808176/</link>
    <description>Und nun wird es etwas schwieriger. Wie in jeder Sprache, so gibt es auch im Deutschen Eigenschaften von Lauten, die relevant sind, da mit ihnen Wörter unterschieden werden, und solche, die irrelevant sind, weil ihr Vorhandensein oder Fehlen ein Wort vielleicht verfremdet aber nicht in ein anderes Wort oder ein Unwort überführt. Eine Eigenschaft der ersten Art ist die Stimmhaftigkeit, deren Fehlen oder Vorhandensein Wörter unterscheidet: &lt;i&gt;was&lt;/i&gt; beginnt mit einem stimmhaften, &lt;i&gt;Faß&lt;/i&gt; mit einem stimmlosen Laut, und es ist die Stimmhaftigkeit allein, die die beiden Wörter voneinander unterscheidet.&lt;br /&gt;
Ein Laut, der die Kraft hat, Bedeutungen zu unterscheiden, heißt &lt;i&gt;Phon&lt;/i&gt; (bzw. &lt;i&gt;Allophon&lt;/i&gt;); er repräsentiert eine abstrakte Einheit, die die Linguisten &lt;i&gt;Phonem&lt;/i&gt; nennen, dies aber nur der Genauigkeit halber. &lt;br /&gt;
Für unsere Untersuchung ist nun wichtig, daß es Stellungen gibt (vor oder nach anderen Lauten, am Wortanfang, oder -ende, zwischen Vokalen etc), in denen nur Laute mit ganz bestimmten Merkmalen vorkommen können, so daß in diesen Stellungen die unterscheidende Kraft eines bestimmten Merkmals gleichsam aufgehoben scheint: So steht im Deutschen am Wortende immer nur ein stimmloser Laut, niemals ein stimmhafter. Dies führt dazu, daß dort die Stimmhaftigkeit nie für die Bedeutungsunterscheidung relevant sein kann, denn dazu müßten ja beide Laute, der stimmhafte wie der stimmlose an derselben Stelle erscheinen dürfen. Also gibt es eine Menge Wörter, die sich im An- und Inlaut durch Stimmhaftigkeit unterscheiden, wie z. B. &lt;i&gt;Gasse/Kasse&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;rauben/Raupen&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Waden/waten&lt;/i&gt;, kein Wortpaar jedoch, dessen Glieder sich voneinander einzig und allein im Auslaut durch dieses Merkmal unterschieden. Merkmale wie Stimmhaftigkeit, die zumindest in manchen Stellungen Wörter voneinander unterscheiden, heißen distinktive Merkmale.&lt;br /&gt;
Im Deutschen gibt es zwei S-Laute: einen stimmhaften wie in &lt;i&gt;reisen&lt;/i&gt; und einen stimmlosen, wie in &lt;i&gt;reißen&lt;/i&gt;. Die Stimmhaftigkeit ist beim S-Laut, wie bei fast allen deutschen Konsonanten, distinktiv. Die Distinktion ist jedoch aufgehoben im Wortanlaut, wo (hochsprachlich) nur stimmhaftes &lt;i&gt;s&lt;/i&gt; erscheint, im Wortauslaut, wo (gleich den anderen Konsonanten) nur der stimmlose Laut vorkommt. Tatsächlich ist sie nur in einem einzigen Kontext distinktiv: intervokalisch nach einem langen Vokal oder Diphthong (Doppelvokal). Und hier kommt nun das &lt;i&gt;ß&lt;/i&gt; ins Spiel. Das Drama der beiden S-Laute ist nämlich, daß es nicht wie bei den anderen Stimmhaft-stimmlos-Paaren zwei Schriftzeichen gibt, die, unabhängig von Stellung und Unterscheidungsvermögen den stimmhaften und den stimmlosen Laut bezeichnen, sondern es gibt ihrer drei, und in die Entscheidung, wo &lt;i&gt;s&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;ß&lt;/i&gt; oder &lt;i&gt;ss&lt;/i&gt; zu schreiben ist, fließen immer Betrachtungen nicht nur der Stimmhaftigkeit, sondern auch der Vokallänge und der Stellung mit ein. Um die Sache noch weiter zu verkomplizieren kann einer der drei Zeichen, nämlich &lt;i&gt;s&lt;/i&gt;, je nach Stellung sowohl den stimmhaften als auch den stimmlosen Laut schreiben: &lt;i&gt;Sonne&lt;/i&gt; (stimmhaft, Anlaut), &lt;i&gt;Geheimnis&lt;/i&gt; (stimmlos, Auslaut); das ist auch gar nicht dumm, wenn man bedenkt, daß die Stellung allein schon bestimmt, welcher Laut auftritt; also ist die Information über Stimmhaftigkeit im Anlaut irrelevant, da dort sowieso nur der stimmhafte Laut vorkommt, und ebenso irrelevant im Auslaut, weil dort nur der stimmlose Laut auftritt. Der einzige Kontext, in dem eine Unterscheidung im Schriftzeichen sinnvoll ist, ist intervokalisch nach Langvokal oder Diphthong. Diese Unterscheidung leistete und leistet nach wie vor das &lt;i&gt;ß&lt;/i&gt;, das einen stimmlosen S-Laut in intervokalischer Stellung nach Langvokal oder Diphthong schreibt: &lt;i&gt;reisen&lt;/i&gt;, aber &lt;i&gt;reißen&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;
Nun wären die Verhältnisse nach Langvokal beschrieben, was noch einfach war. Wie aber schreibt man nun einem S-Laut nach Kurzvokal? Nach Kurzvokal erscheint intervokalisch im (Hoch-) Deutschen immer nur der stimmlose S-Laut. Mit welchem Zeichen soll man ihn nun schreiben? Nicht mit &lt;i&gt;ß&lt;/i&gt;  denn dieses steht ja nur nach Langvokal. Aber auch nicht mit &lt;i&gt;s&lt;/i&gt;  denn das dient ja schon der Schreibung des stimmhaften Lauts, ebenfalls nach Langvokal. &lt;i&gt;s&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;ß&lt;/i&gt; bezeichnen also immer auch die Länge des vorangehenden Vokals. Mit anderen Worten, die Folge &lt;i&gt;Vokal-s-Vokal&lt;/i&gt; enthält immer einen stimmhaften S-Laut nach Langvokal, die Folge &lt;i&gt;Vokal-ß-Vokal&lt;/i&gt; immer einen stimmlosen S-Laut nach Langvokal.&lt;br /&gt;
An dieser Stelle ist ein kleiner Ausflug vonnöten. Es gibt nun im Deutschen generell keine eindeutige Schreibung zur Unterscheidung von Lang- und Kurzvokalen. Ein mit einfachem Vokalzeichen geschriebener Laut kann lang oder kurz sein, weswegen zur Kennzeichnung eines kurzen Vokals der folgende Konsonant verdoppelt wird. Umgekehrt gibt es eine Reihe von Schreibungen für lange Vokale, die gleichsam nicht das Vokalzeichen selbst verändern, oder an ihm ausgeführt werden: Dehnungs-h, Doppelvokal und Dehnungs-e. Die Verdoppelung des nachfolgenden Konsonanten zur Markierung der Vokalkürze gibt es natürlich auch beim &lt;i&gt;s&lt;/i&gt;. Und so schreibt man &lt;i&gt;-ss-&lt;/i&gt; zur Bezeichnung der Vokalkürze; daß dieser Laut stimmlos sein muß, folgt aus der Stellung (nach Kurzvokal hochsprachlich nur stimmloses &lt;i&gt;s&lt;/i&gt;!). Man kann nicht &lt;i&gt;Mase&lt;/i&gt; schreiben, weil dort das &lt;i&gt;s&lt;/i&gt; stimmhaft und der Vokal lang ist. Man kann auch nicht &lt;i&gt;Maße&lt;/i&gt; schreiben, weil dort zwar der S-Laut stimmlos, der Vokal aber immer noch lang ist. Also schreibt man &lt;i&gt;Masse/Maße/Masern&lt;/i&gt;. Das ist nun schon &lt;i&gt;in nuce&lt;/i&gt; die Schreibregel nach neuer Rechtschreibung. So viel Erklärungsaufwand ist also schon für die neue Rechtschreibung nötig, wenn man die Hintergründe verstehen will. Nach alter Rechtschreibung gab es eine einschränkende Zusatzregel. Sie ist sehr einfach und lautet: Gerät &lt;i&gt;ss&lt;/i&gt; im Zuge einer Beugung oder Ableitung an den rechten Silbenrand, verwandelt es sich in &lt;i&gt;ß&lt;/i&gt;. Das ist alles. Zu schwierig? Das &lt;i&gt;ss&lt;/i&gt; in &lt;i&gt;müssen&lt;/i&gt; etwa verwandelt sich in der Wortform &lt;i&gt;mußt&lt;/i&gt; oder &lt;i&gt;muß&lt;/i&gt; in &lt;i&gt;ß&lt;/i&gt;, ebenso wie in &lt;i&gt;müßt&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;gemußt&lt;/i&gt;. Das &lt;i&gt;ss&lt;/i&gt; in &lt;i&gt;küssen&lt;/i&gt; verwandelt sich im Singular &lt;i&gt;Kuß&lt;/i&gt; in &lt;i&gt;ß&lt;/i&gt;. Doch Vorsicht: Wenn es keine Wortform gibt, in der überhaupt jemals &lt;i&gt;ss&lt;/i&gt; geschrieben wird, dann ist die Regel null und nichtig. Sie gilt nur als Beziehung zwischen Wortformen mit intervokalischem &lt;i&gt;ss&lt;/i&gt; und Wortformen, in denen dieses &lt;i&gt;ss&lt;/i&gt; nicht mehr intervokalisch ist, sondern am rechten Silbenrand steht. Daher schreibt man nicht &lt;i&gt;*wenigess&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;*Resst&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;*Rosst&lt;/i&gt; oder &lt;i&gt;*Rasst&lt;/i&gt; (oder &lt;i&gt;*wenigeß&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;*Reßt *Roßt, *Raßt&lt;/i&gt;), weil es zu diesen keine verwandten Wortformen oder Ableitungen mit S-Laut in intervokalischer Stellung gibt.&lt;br /&gt;
Aber leider leider  gibt es Ausnahmen. Sie betreffen vor allem den Auslaut von Wortstämmen mit Langvokal. Hier ist die Schreibung einfach nicht voraussagbar. Laut Regel müßte man &lt;i&gt;Apfelmuß&lt;/i&gt; schreiben, da Langvokal. Natürlich ist es überflüssig, weil im Auslaut keine stimmhaften Laute vorkommen, dennoch wäre es systematischer. Dasselbe gilt für &lt;i&gt;aus &lt;/i&gt; (aber man schreibt &lt;i&gt;außen&lt;/i&gt;, weil die Stellung relevant ist!), und auch für &lt;i&gt;Eis&lt;/i&gt;. Für Wörter wie &lt;i&gt;Maus&lt;/i&gt; kann argumentiert werden, daß die verwandten Wortformen (&lt;i&gt;Mäuse&lt;/i&gt;) einen stimmhaften Laut haben. Und umgekehrt ist die Schreibung &lt;i&gt;Geheimnis&lt;/i&gt; regelwidrig, weil es eine korrespondierende Wortform mit ss gibt (&lt;i&gt;Geheimnisses, Geheimnisse&lt;/i&gt;).&lt;br /&gt;
Der einzige Ausweg aus dem Dilemma wäre eine konsequente Markierung von Lang- und Kurzvokalen und entweder die Schreibung von &lt;i&gt;s&lt;/i&gt; für jeden stimmhaften Laut und nur für diesen, und von &lt;i&gt;ß&lt;/i&gt; für jeden stimmlosen Laut; oder aber die Einführung eines neuen Zeichens für den stimmhaften Laut und die Schreibung von &lt;i&gt;s&lt;/i&gt; für den stimmlosen (dies würde auch dem Umstand Rechnung tragen, daß &lt;i&gt;s&lt;/i&gt; in den allermeisten Sprachen einen stimmlosen Laut, &lt;i&gt;z&lt;/i&gt; den entsprechenden stimmhaften Laut bezeichnet). Eine die Tradition und das vertraute Schriftbild halbwegs wahrende Kennzeichnung von Lang- bzw. Kurzvokalen ist aber unmöglich, wie wir unten sehen werden.</description>
    <dc:creator>Unke</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://unke.twoday.net/topics/Ungereimtes&quot;&gt;Ungereimtes&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 Unke</dc:rights>
    <dc:date>2007-06-06T10:18:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://unke.twoday.net/stories/3434396/">
    <title>Kleines Übersetzungsrätsel (Merkwürdige Übersetzungen (2))</title>
    <link>http://unke.twoday.net/stories/3434396/</link>
    <description>Welches Produkt verbirgt sich hinter folgender Zutatenliste?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Zucker, Hydrogenisiertes Blumenöl, Kakao-Puder, Käsesaft-in Pulver, Milchpulver, Hazelnuss-Mehl, Emulatoren, Naturgleicher Aroma.&quot;</description>
    <dc:creator>Unke</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://unke.twoday.net/topics/Ungereimtes&quot;&gt;Ungereimtes&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 Unke</dc:rights>
    <dc:date>2007-03-14T10:38:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://unke.twoday.net/stories/3429676/">
    <title>merkwürdige übersetzungen (1)</title>
    <link>http://unke.twoday.net/stories/3429676/</link>
    <description>Wer ein sach- oder fachbuch übersetzt, der sollte neben der jeweiligen sprach- auch über die der sache und dem fache angemessene sach- und fachkunde verfügen, anderenfalls es zu merkwürdigen texten kommen kann, über die sich der sach- und fachkundige recipient am anderen ende der übersetzungsleitung nur wundern kann. da findet man beispielsweise in einem backbuch nordamerikanischer provenienz bei rühr-, biscuit- und knetteigen tatsächlich die zutat hefe. dem korrespondiert in einem ganz anderen kochbuch gleicher provenienz die vorschrift, backpulver, wasser, öl und mehl zu einem glatten teig zu verarbeiten und diesen dann eine stunde aufgehen zu lassen. da staunt der laie und der fachmann wundert sich über so viel mangel an fachkunde, den man wohl nicht dem autor des back- oder kochbuchs, sondern eher dem übersetzer unterstellen will. &lt;br /&gt;
es reicht eben nicht, ein wörterbuch aufzuschlagen und &lt;i&gt;sub voce&lt;/i&gt; rising agent das erstbeste auszuwählen, was wohl (unglückliches zusammentreffen) im ersten fall hefe lieferte, wo richtiger backpulver gewesen wäre, und im zweiten backpulver, wo man nur mit hefe ein aufgehen des teiges bewerkstelligen könnte.&lt;br /&gt;
hätte der übersetzer, ehe er mit der arbeit begann, sich auch nur fünf minuten über die kunst der teiglockerung informiert, wäre das nicht passiert.</description>
    <dc:creator>Unke</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://unke.twoday.net/topics/Ungereimtes&quot;&gt;Ungereimtes&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 Unke</dc:rights>
    <dc:date>2007-03-13T09:50:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://unke.twoday.net/stories/2500137/">
    <title>Orthographisches</title>
    <link>http://unke.twoday.net/stories/2500137/</link>
    <description>Wannimmer im deutschsprachigen Raum über das leidige Thema der Orthographie verhandelt wird, geschieht dies mit ebensoviel emotionalem Engagement wie völliger Unkenntnis der einfachsten linguistischen Zusammenhänge und unter Vorbringung derselben und aberderselben von ebendieser Unkenntnis zeugenden Argumente; dies will ich zum Anlaß nehmen, mich einmal in aller Ausführlichkeit dazu zu äußern. &lt;br /&gt;
Es empfiehlt sich vielleicht, zunächst die Hauptirrtümer zur besseren Übersicht aufzulisten:
&lt;ol&gt;
&lt;li&gt;Verwechslung von Sprache mit Orthographie sowie Unkenntnis der Eigenarten des Sprachwandels und Unkenntnis des Wesens von Orthographieregeln. Vielleicht das meistgehörte Argument gegen die Rechtschreibreform bzw. gegen eine Regulierung überhaupt ist die Vorstellung, unsere Sprache könne auf alle möglichen Arten Schaden nehmen. Die neuen Regeln verhunzen unsere Sprache. Die Reform schade der Sprache. Sprache sei ein Kulturgut, das man nicht kastrieren dürfe. Und so weiter.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Unkenntnis der Phonologie des Deutschen. Wie sich besonders in der Diskussion um das ß beobachten läßt, kennt kaum jemand derer, die hier eine ganz entschiedene Meinung geharnischt vortragen, die zugrundeliegenden phonologischen und darauf bezugnehmenden orthographischen Regeln.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Der dritte Irrtum betrifft die angebliche bessere Lernbarkeit oder Schwierigkeit der alten oder neuen Schreibung. Ein Teilaspekt dieses Irrtums besteht darin, zu glauben, wir seien uns beim Schreiben der Regeln ständig bewußt. Dieser Irrtum verkennt die Mechanismen des Lernens, wie beispielsweise, daß am einfachsten zu lernen ist, was am häufigsten angewandt werden muß.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Ein vierter Irrtum verkennt die Beweggründe der Befürworter und Ablehner einer vereinfachten Rechtschreibung.&lt;/li&gt;&lt;/ol&gt;
Bevor ich mich dem ersten Punkt widme, noch eine Anmerkung. Die folgenden Ausführungen beziehen sich natürlich nur auf Alphabetschriften. Das sind Schriften, die sich den Umstand zunutze machen, daß jede Sprache nur eine begrenzte Zahl von Lauten aufweist (das sogenannte Phoneminventar), die in immer anderen Kombinationen eine (prinzipiell) unbegrenzte Zahl von Wörtern bilden können. Eine Sonderform, und vielleicht die Idealform der Alphabetschriften ist die phonemische Schrift: Ihr Vorzug besteht darin, daß sie ein Zeichen für jeden Laut der Sprache hat, und jeder Laut genau ein Zeichen, das ihn abbildet. Einfacher ausgedrückt: Man weiß immer, wie man etwas Geschriebenes auszusprechen oder etwas Gehörtes zu schreiben hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtschreibregeln sind, wie überhaupt die ganze Fixierung von Sprache mittels Schriftzeichen, etwas Künstliches und Gemachtes. Schreibregeln sind von ihrer Natur her immer explizit. Ihre Formulierung und Erlernung erfordert ein Nachdenken und ein Sich-bewußt-Werden, wie überhaupt die Erfindung der Schrift eine intellektuelle Leistung war. Schrift ist sekundär, der Sprache nachgeordnet. Deshalb verändern sich Schreibregeln auch nicht (jedenfalls nicht, solange es eine amtliche oder ähnlich für alle verbindliche Regelung gibt), es sei denn, jemand beschließt eine Änderung. Weil aber einerseits Schreibregeln ersonnene und starre Konstrukte, Sprachen andererseits sich fortwährend wandelnde Regelsysteme sind, folgt daraus, daß jede Orthographie irgendwann entweder historisch einen älteren Sprachzustand abbildet oder bewußt geändert werden muß, wenn sie dem aktuellen Sprachzustand folgen soll. Bestes Beispiel für eine historische Schreibung: die englische Rechtschreibung. Warum schreibt man enough und laugh statt, sagen wir, inaf und laf? Weil die Aussprache früher anders gewesen ist, die diese Aussprache abbildende Schreibung sich aber nicht geändert hat: Früher wurde laugh etwa lach gesprochen (vgl. dt. lachen), und der Velarlaut noch plausibel mit gh wiedergegeben. Die Veränderung des Velarlauts zum Labial hat die Schrift nicht mitgemacht, daher klaffen jetzt Schreibung und Aussprache auseinander. Historische Schreibungen haben nun Vorteile und Nachteile. Vorteile haben sie besonders für historische Sprachwissenschaftler; für die übrigen Benutzer des Alphabets ist es unerheblich, ob sie wissen, daß laugh früher lach gesprochen wurde, oder daß Ziegel ein lateinisches Lehnwort ist (eigentlich müßte man es tiegel, oder gleich tegula schreiben). Die Nachteile liegen auf der Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachregeln dagegen sind nicht gemacht, sind nicht explizit und werden spontan erworben. Ihre Kenntnis ist unbewußt, und ihre explizite Formulierung ist so schwierig, daß sich dafür eine eigene Wissenschaft entwickelt hat: die Linguistik. Mit anderen Worten: jeder Mensch ohne spezielle Beeinträchtigung kann sprechen, ohne die Regeln der Grammatik bewußt zu kennen. In dieser Hinsicht gleicht das Erlernen der Rechtschreibung ein bißchen dem Erlernen einer Fremdsprache, deren Regeln meistens auch bewußt gelernt werden. Schreibregeln sind also der Sprache nachgeordnete, künstliche, explizit formulierte Abbildungsregeln, die durchaus mit Verkehrsregeln vergleichbar sind. Es ist nun leicht einzusehen, daß eine Änderung der Schreibregeln die Sprache völlig unangetastet läßt. Eine Sprache ist prinzipiell von jedem sie abbildenden Schriftsystem zu trennen. Befürworter der alten Rechtschreibung können sich daher schwerlich auf die deutsche Sprache als gewachsenes Kulturgut berufen, in das man nicht eingreifen dürfe. Natürlich ist die deutsche Sprache ein gewachsenes Kulturgut; als solche ist sie aber von den zufälligen Gegebenheiten ihrer schriftlichen Fixierung unabhängig. Es schert die Sprecher des Deutschen wenig, ob sie so genannt oder sogenannt schreiben. Es hat keinerlei Einfluß darauf, wie die Sprecher sprechen, und also keinerlei Einfluß auf die Sprache. Auch die deutsche Rechtschreibung ist in gewissem Sinne ein gewachsenes Kulturgut; das sind aber auch die Verkehrszeichen und das DIN-A4-Format und fünfstellige Postleitzahlen. Ich kenne nur wenige, die sich beispielsweise über die neuen Bahnübergangsschilder und die Adaption des Eisenbahn-Ikons an moderne Verhältnisse beschweren würden. Zwar hat die Schriftlichkeit als solche durchaus einen Einfluß auf die Sprache, da sie, sofern es eine Alphabetschrift ist, lautliche Aspekte der Sprache den Sprechern bewußt machen kann, und weil sie auch die mündliche Rede beeinflußt, wenn nämlich Schriftsprache im mündlichen Bereich Vorbildfunktion übernimmt. Dieser Einfluß gilt aber für jede Form der Schriftlichkeit; es ist nachgerade albern zu meinen, die Schreibung von ss oder von ß habe irgendeinen Einfluß auf Deutsch als Sprache. An der Abschaffung des leidigen th in Wörtern wie Thor, Thür, That ist die deutsche Kultur auch nicht zugrundegegangen (obwohl der Kaiser darauf bestand, daß weiterhin Thron geschrieben werde). Ob und inwiefern nun das gewachsene Regelsystem einer Orthographie ein schützenswertes Kulturgut ist, das genau ist die Frage. Franzosen und Engländer würden hier sicher zugunsten des Schutzes plädieren. Dies ist aber kein Streit, der mit Argumenten des Nützlichen entschieden werden kann: Das müssen die Verfechter der alten Orthographie einsehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.</description>
    <dc:creator>Unke</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://unke.twoday.net/topics/Ungereimtes&quot;&gt;Ungereimtes&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Unke</dc:rights>
    <dc:date>2006-08-08T15:00:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://unke.twoday.net/stories/1640673/">
    <title>Unwörter, persönlich</title>
    <link>http://unke.twoday.net/stories/1640673/</link>
    <description>Im übrigen, meine Haßwörter sind alle Wörter, die eine Entemotionalisierung oder Objektivierung, eine &lt;i&gt;Vernüchterung &lt;/i&gt;von Begriffen für Inhalte erreichen sollen, die uns eigentlich unter die Haut gehen, die uns nicht kalt lassen, die sich der Objektivierung gerade entziehen möchten. Ich meine Ausdrücke wie Lebensqualität (mein Haßwort Nr 1; als könnte man das Gelingen eines Lebens messen und quantifizieren, wie Schokolade, Rindfleisch oder Unterwäsche), Beziehung statt Liebe, psychologische Betreuung statt Trost, Emotionen statt Gefühle, Zeitmanagement (in was für einer Welt leben wir eigentlich?), positiv statt gut&quot;. Einfach nur &quot;gut&quot;.&lt;br /&gt;
Mit solchen Unwörtern wird ein quasi-wissenschaftlicher Jargon gepflegt, den ich für die damit behandelten Inhalte als hochgradig unangemessen empfinde: Solche Ausdrücke sind kühl, distanziert, abwägend. Sie sind &lt;i&gt;unbeteiligt&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;
Das Schlimme ist dabei nicht, daß es diese Ausdrücke gibt (denn vielleicht will man manchmal kühl und unbeteiligt sein), sondern daß sie die normalen Audrücke geworden sind, mit denen man über diese Inhalte spricht: als wäre man selbst so unbeteiligt wie der Ausdruck, den man verwendet. Wörter voll Saft und Kraft, mit denen wir früher über die Liebe und das Leben gesprochen haben, werden zugunsten solcher Neutralwörter verdrängt. Wenn es so etwas gibt wie das Gegenteil von Euphemismus (Dysphemismus?), dann ist es das. Ausdrücke wie Lebensqualität oder Emotionen entwerten die Dinge, die sie bezeichnen, indem sie die den ursprünglichen Wörtern innewohnende Kraft verdünnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da ich schon einmal dabei bin: Wörter, die völlig leer sind, und nur genannt werden, weil sie nunmal genannt werden müssen, sind ebenso sehr dazu angetan, mich aus der Haut fahren zu lassen. Was sagt eine Firma über sich, wenn sie sich in einer Anzeige als innovativ darstellt? Oder noch drastischer: Welche sie gegenüber anderen Firmen auszeichnende Eigenschaft beansprucht eine Firma, wenn sie sich das Prädikat erfolgsorientiert zulegt? Und was, bitteschön, meint ein Politiker, wenn er betroffen ist? Wörter sind nicht ewig haltbar, sie schleifen sich ab, erodieren, werden zu Kies, Geröll und schließlich blassem Staub: Wir sollten sparsam mit ihnen umgehen, damit sie uns lange erhalten bleiben. Gebieten wir dem &lt;i&gt;blabla&lt;/i&gt; endlich Einhalt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Nun gut, es geht im letzten Absatz weniger um Wörter, als um den Kontext oder Anlaß ihrer Verwendung; aber das mußte mal gesagt werden.)</description>
    <dc:creator>Unke</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://unke.twoday.net/topics/Ungereimtes&quot;&gt;Ungereimtes&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Unke</dc:rights>
    <dc:date>2006-03-02T08:20:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://unke.twoday.net/stories/1582915/">
    <title>mal wieder sprachpflege</title>
    <link>http://unke.twoday.net/stories/1582915/</link>
    <description>oft hört man die forderung von sprachpflegern und konservativen kulturträgern nach einer stärkeren reglementierung der sprache hinsichtlich der verwendung von fremdwörtern, genauer, von anglizismen. &lt;br /&gt;
was aber sind die vorzüge einer sprachgemeinschaft wert, deren ausdrucksweisen irgend einem (beliebigen) ästhetischen gschmäckle entspricht (und sei das gschmäckle noch so elitär formuliert), wenn diese ästhetik nicht von den mitgliedern der sprachgemeinschaft empfunden, herausgeprägt und getragen wird, sondern sich einer verordnung verdankt?&lt;br /&gt;
was für einen wert hat es, wenn anglizismen verschwinden, wenn dies nicht aus einer einstellung und haltung der sprecher, sondern aus einer angst vor sanktionen heraus geschieht?&lt;br /&gt;
meines erachtens: keinen.&lt;br /&gt;
eine solche reinhaltung spiegelt nichts. jedenfalls nicht mehr als das gschmäckle einer machvollen, einflußreichen, zu sanktionen befähigten minderheit.&lt;br /&gt;
oder fühlt man sich wirklich wohl in einer hochkultur, in der eine kulturleistungen unter den zwang einer totalitären minderheit vollbracht wird? natürlich bewundern wir die pyramiden. aber steine schleppen hätte ich nicht wollen. und in der gleichen weise will ich nicht in einer anglizismusfreien sprachgemeinschaft leben, die nur deshalb frei von angesächsischem fremdgut ist, weil sich die leute auf die zunge beißen, und man komme mir jetzt nicht damit, daß pyramiden und sprachpurismus nicht dasselbe sind.&lt;br /&gt;
im übrigen sind sprachliche normen der art, wegen mit genitiv zu konstruieren, keine wörter aus dem englischen zu gebrauchen, nicht zu fluchen, weil nicht mit hauptsatzstellung zu verwenden, in ganzen sätzen zu formulieren eqes. reine geschmackssache, den moden und trends und ästhetischen schwankungen ebenso unterworfen wie kleidung, musik, werbung, inneneinrichtungen oder der gebrauch von bärlauch und rosa pfeffer. was gestern knorke war ist heute supi. vor nicht einmal hundert jahren war es chic, auf der chaiselongue conversation zu machen, heute ist es cool, im chatroom zu chillen. das eine verging, das andere wird auch vergehen. bleibend in den deutschen wortschatz integriert wird das wenigste. der servicepoint wird ebenso verschwinden wie der backshop. sich über derartige erscheinungen aufzuregen hat dieselbe qualität, und auch dieselbe wirkung, wie sich über weiße slipper, halbmeterspitzschuhe, röcke über der hose oder lippgloss zu ereifern. und schließlich: der übergang von fremdwort zu lehnwort ist bekanntlich fließend. irgendwann ist der anathematisierte &#8209;ismus nicht mehr als &#8209;ismus erkennbar. ist konto ein fremdwort, ein italizismus gar? vielleicht ein fremdwort, aber sicher weniger fremdwort als account. und schließlich ziegel, mauer, wein, hängematte, kopf  fremdwörter, latinizismen? ehemalige.&lt;br /&gt;
selbst wenn es das eine oder andere englische wörtchen schafft, in den festbestand des deutschen wortschatzes aufgenommen zu werden, so verliert es mit sicherheit in kurzer zeit seine fremdheit und wird zu einem echt deutschen wort. zum beispiel keks.&lt;br /&gt;
was für entlehnungen gilt, das gilt auch für alle formen der stilistik. heutige zeitungskommentare klingen völlig anders als solche aus den 50er jahren, selbst der nüchternste nachrichtentext ist dem stilistischen wandel unterworfen. oder man nehme nur einmal einen bildband aus jener zeit zur hand und ergötze sich an den bildunterschriften. die sätze sind heute viel kürzer geworden. wertende adjektive sind verschwunden. asyndetische reihungen sind selten geworden. ausrufungen noch seltener. jeder hauch von pathos  noch vor 40 bis 50 jahren stilistisch sauber  wird vermieden. dafür oder dagegen gibt es keine sachlichen argumente. ein argument, mit dem man die eine norm gegenüber der anderen bewerten könnte, wäre das gelingen oder mißlingen der verständigung, ein extrem, zu dem es selten kommen dürfte. und im übrigen beschweren sich sehr oft menschen über &#8209;ismen, die damit keine schwierigkeiten haben, ja, mit diesen &#8209;ismen sogar sehr gut umgehen können. ich würde sogar zu behaupten wagen, daß sich die meisten derer, die sich an anglizismen stoßen, recht kompetente sprecher des englischen sind.&lt;br /&gt;
da es sich um fragen des geschmacks handelt, über den man bekanntermaßen trefflich oder gar nicht streiten kann, ist das einzige, was man tun kann, gemäß dem eigenen geschmack zu sprechen und zu schreiben, auch gegen die gepflogenheiten einer mehrheit  und andere nicht dabei zu behindern, dasselbe zu tun.</description>
    <dc:creator>Unke</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://unke.twoday.net/topics/Ungereimtes&quot;&gt;Ungereimtes&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Unke</dc:rights>
    <dc:date>2006-02-17T11:19:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://unke.twoday.net/stories/1530966/">
    <title>... und noch einmal</title>
    <link>http://unke.twoday.net/stories/1530966/</link>
    <description>Im roten DUDEN (Das Fremdwörterbuch) gibt es einen schönen Essay zum Thema Fremdwörter (p 524f), wo einige kuriose Versuche unserer Altvorderen aufgezählt wurden, sich fremder Wörter zu entledigen  wobei sie soweit gingen, sogar Fachwörter aus dem Lateinischen oder Griechischen einzudeutschen, oft mit unfreiwillig komischem Effekt. Aber lest selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anknüpfend an den vorletzten Beitrag auf dieser Seite wollte ich noch darauf hinweisen, daß es einen Unterschied gibt zwischen Fremdwörtern, also Wörtern, die durch ihre phonologische oder morphologische Struktur als aus einer anderen Sprache stammend erkennbar sind, und sogenannten Lehnwörtern, die bereits so sehr in die entlehnende Sprache integriert sind, daß den Sprechern der fremde Status nicht mehr bewußt ist. Echte Fremdwörter sind oft nicht deklinierbar oder konjugierbar, weil sie sich aufgrund ihrer fremden Struktur in keine Flexionsklasse einordnen lassen, woher unser Unbehagen rührt, wenn wir release oder download konjugieren wollen (ich loade down? ich downloade? downgeloaded? gedownloaded? loadete down? lud??? down?), oder man nimmt Zuflucht zu einer Mülleimerflexion, zum Beispiel den Plural auf -s, den es im Deutschen nur für Nichtdeklinierbares gibt (Abkürzungen, Buchstabennamen etc.), also etwa Autos, Demos, LKWs (dabei ist der Plural des nichtabgekürzten Wortes NICHT auf -s!), und ebenso Tabus, Anoraks, Iglus, Datschas, aber vielleicht schon Saunen? Saunas?) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Demgegenüber fallen ehemalige Fremdwörter wie Peitsche, Pistole, Mauer, Kopf, Ziegel eindeutig in bestimmte Beugungsklassen des Deutschen. Kopf z. B. hat den Plural Köpfe, weil es zu einer Zeit entlehnt wurde, als die Umlautbildung noch produktiv war (lat. coppa, Schale, engl cup, das deutsche Wort ist Haupt vgl. engl. head.) Vielleicht kann man das wiederbeleben? Man könnte Pluralia bilden wie das Kiebord, die Kiebörde und damit aus den Fremdwörtern allmählich Lehnwörter machen... So etwas ist schon geschehen für Kekse (ganz wunderbar, ein Pluralwort, das als Singular übernommen, und dann noch einmal mit einem neuen Plural versehen ward, engl. cakes) oder für den (Segel-)Törn.</description>
    <dc:creator>Unke</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://unke.twoday.net/topics/Ungereimtes&quot;&gt;Ungereimtes&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2004 Unke</dc:rights>
    <dc:date>2004-08-01T08:22:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://unke.twoday.net/stories/1530600/">
    <title>noch einmal sprachwandel</title>
    <link>http://unke.twoday.net/stories/1530600/</link>
    <description>Was ich versucht habe, vor Augen zu führen, ist eben dieses: Die Wahl für oder gegen einen sprachlichen Ausdruck ist nicht zuletzt auch eine Geschmacksfrage. Um noch einmal an den TAZ-Artikel anzuknüpfen: Meines Erachtens übersieht der Autor, daß die Ausdrücke, die ihm  aus Gründen der Heimatverbundenheit, des Sich-zu-Hause-Fühlens  ans Herz gewachsen sind, in anderen Ohren eben einen ganz anderen Klang haben. Für den einen mag Selters und Sonnabend und Schrippe eine gewisse Wärme ausstrahlen, weil es Wörter sind, mit denen er oder sie aufgewachsen ist, für den anderen dagegen evozieren diese Wörter vielleicht nur den Klang Berlins, wieder jemand anders findet sie scheußlich einzig und allein, weil er oder sie Berlin nicht ausstehen kann; für einen dritten wiederum sind sie schlicht unverständlich. Abgesehen davon, daß wir sowohl den Instinkt haben, das uns Fremde und Unverständliche abzulehnen (eben weil wir es nicht verstehen), als auch, uns anziehen zu lassen von allem, das uns neu ist, gibt es eben Vorlieben, die sich wellenartig ausbreiten, plötzlich von sehr sehr vielen Menschen gleichzeitig übernommen werden, und denjenigen im Regen stehen lassen, der diese überall wuchernden Ausdrücke aus ganz persönlichen Gründen nicht mag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sind die Menschen eben verschieden, und während die eine keine Gelegenheit ausläßt, um gegen den Strom zu schwimmen, Docs trägt, wenn alle anderen camperbeschuht daherkommen und umgekehrt, kennt der andere kein größeres Vergnügen als unter den ersten zu sein, die einen neuen Trend erkennen und sofort auf den Wagen aufspringen. Und dazwischen gibt es eine Menge Leute, die einfach ihren persönlichen Geschmack pflegen und sich durch keine Mode aus der Ruhe bringen lassen. Also: Wenn jemand englische Wörter toll findet, dann soll er sie doch bitte gebrauchen; wenn jemand dagegen ist, dann soll er das vermeiden; aber ein Streit mit Argumenten darüber, was richtig ist und was nicht, ist meiner Ansicht nach nicht möglich. Ich persönlich finde das Entlehnen einfach unkreativ, egal, welche Sprache entlehnt. Wenn ich eine fremde Sprache lerne, finde ich Vokabeln, die dort Fremdwörter sind, einfach langweilig, wenn ich sie schon kenne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es gibt noch ein Problem, und das betrifft die Konnotationen und kulturellen Implikationen von Sprache. Sprache ist mit Macht eng verbunden, und wie es Herrundmeyer trefflich gesagt hat, wer die Macht hat, prägt die Sprache. Aber die Überschwemmung englischer Ausdrücke heute (oder französischer um die Jahrhundertwende, oder lateinischer im Germanien des 1.--5. Jh., ich möchte noch Ziegel, Mauer, Wein, Kopf, Arzt hinzufügen) ist nur ein Symptom für den kulturellen Einfluß der englischsprachigen Welt. Wenn einzelne Menschen das Englische vermeiden, werden sie an den Ursachen der Überschwemmung ebensowenig etwas ändern wie am Geschmack der Vielen, die Englisch hip finden. Daß es nicht die bloße Tatsache der Übernahme ist, die viele Menschen reizt, kann man, wie ich meine, schon daran erkennen, daß Fremdwörter aus anderen Sprachen niemanden stören. Wer ärgert sich schon über Konto, Giro, Bankrott (ital.), wem mißfällt Anorak (Inuit), Parka (Inuit) oder Hängematte (niederl.)? Wer stößt sich an Tabu, Amok (indones.?), Zenith, Algebra (arab.)? Und wer will Keks lieber durch Plätzchen ersetzen (Keks = engl. cakes). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite kann die Vormachtstellung einer einzelnen Sprache Vorteile für alle haben. Zum einen internationalisiert sich das Englische, in dem Sinne, daß es nicht mehr nur einem Land gehört, sondern vielen, und daß noch mehr Länder das Englische zumindest als Lingua Franca (lat.) gebrauchen. Ich für meinen Teil fände es auch enorm mühsam, mir entweder Übersetzungen anfertigen lassen, oder den Berg an Fachliteratur, durch den ich mich durchkämpfe, auf Russisch, Chinesisch oder Inuktitut lesen zu müssen. Da ist eine Sprache, die von allen verstanden wird  und es ist mir egal, welche  praktischer. Das kann funktionieren, ohne daß kleine Sprachen untergehen müssen, wie viele Beispiele zeigen, wo eine Lingua Franca neben zahlreichen lokalen Sprachen existiert. Problematisch wird es erst dann, wenn die Sprecher einer Verkehrssprache diese auch als Umgangssprache gebraucht wissen wollen und die Sprecher der kleinen Sprachen aus Status- und Berufsgründen allmählich auf die Verkehrssprache umsteigen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Latein, und da möchte ich ladystyle widersprechen, hat immerhin den Vorteil, daß es niemandem gehört, und daß der Gebrauch lateinischer Fremdwörter niemandem sauer aufstößt, der sich gegen die kulturelle Dominanz des einen oder anderen Sprachraums wehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Problem liegt in dem Umstand, daß Sprechen eine soziale Aktivität ist, die, wie alle sozialen Aktivitäten, von einem komplizierten Regelwerk gesteuert ist. Wer was wann und wie sagen darf, oder soll, oder muß, ist genau festgelegt. Wörter klingen, das heißt, sie werden von vielen mit ganz bestimmten (angenehmen, unangenehmen, oder auch neutralen) Vorstellungen verbunden. Wenn nun in einer Sprachgemeinschaft der Konsens herauswächst, daß bestimmte Wörter eine bestimmte Konnotation haben, dann kann es für den, der sich darum nicht schert, eng werden. Ich kann steif und fest behaupten, daß für mein eigenes Ohr Kümmeltürke neutral klingt  es wird mir diese Beteuerung nichts nützen: gebrauche ich dieses Wort im falschen Kontext, kann das fatale Folgen haben. Umgekehrt kann dasselbe Wort einen vertraulichen Klang haben, wenn es in einer kleinen Gruppe per Übereinkunft innerhalb dieser Gruppe seiner negativen Konnotationen entkleidet wurde. Das heißt, Wörter sind Geschmackssache, aber nur bis zu einem bestimmten Punkt, bis zu dem Punkt nämlich, wo soziale Regeln verletzt werden. Auch die Mode ist Geschmackssache  es soll aber nur einmal einer versuchen, in der Badehose in die Oper zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was nun noch einmal die Anglizismen betrifft: Die meisten Anglizismen führen ein ephemeres Dasein, sie tauchen plötzlich auf, sind eine zeitlang in aller Munde und verschwinden wieder. In 50 Jahren wird man über den ServicePoint der DB, oder über den Backshop, wo es, entgegen der Erwartung, keine Rücken, sondern Brötchen zu kaufen gibt, nur noch lachen. Wie ja manchmal jetzt schon darüber gelacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verdrängung durch eine andere Sprache ist nicht das Problem des Deutschen, mit anderen Worten, Deutsch wird nicht untergehen, nur weil Englisch in vielen Bereichen den Status einer Verkehrssprache erreicht hat. Gleichwohl wird sich Deutsch, wie jede Sprache, die von Menschen gesprochen wird, weiterentwickeln, wird neue Wörter aus anderen Sprachen aufnehmen, neue Wörter selbst bilden, andere Wörter umformen, andere fallenlassen und vergessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In welche Richtung diese Entwicklung geht, weiß keiner  und doch sind wir es, die Sprecher, die über diese Entwicklung entscheiden.</description>
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