Schoene Neue Welt

28
Mrz
2007

flickr -- willkommen im 21. jahrhundert

„Hello Unke!

We wanted to let you know that your account status has been changed to "restricted". As per our Community Guidelines, frontal nudity is inappropriate for "safe" areas of Flickr:

http://flickr.com/guidelines.gne

There's more information about safety levels and filters in our FAQs:

http://www.flickr.com/help/filters/

If you would like to have your account reviewed, we will be happy to do so after 30 days. Between now and then, please take the opportunity to self-moderate what you upload in such a way that you're in compliance with the Yahoo! Terms of Service and our Community Guidelines.

Regards,

Michelle“




Dear Michelle

This is ridiculous. There are no safety zones on the human body. Everyone is responsible for himself. Whoever is scared to stumble upon truth and nature while surfing on the internet shall keep out.

These are not the middle ages any more, you know?

Best regards MB

17
Mai
2006

wir sind ...

„wir sind viel zu viele“, so ein ausspruch eines soziologen, dessen name mir leider entfallen ist, „um uns noch darüber einigen zu können, wie diese welt aussehen soll“
wie wahr. warum schockierte mich dieses wort so sehr? weiß ich das nicht schon lange? braucht es manchmal eine andere stimme, die einem die eigenen halbgedanken zu kristalliner schärfe meißelt? jedenfalls hat dieser soziologe recht – und ich denke bei mir, was bleibt dann noch? dann bleibt nur abgrenzung und kampf.
ich bin wieder einmal nicht gefragt worden – das ist so ein dauergedanke, nicht erst, seit ich das wort von den zuvielen, um sich einigen zu können, gelesen habe. und der zweite gedanke: wäre ich ein monarch, ich wäre ein fürchterlicher tyrann.

13
Mrz
2006

Betrachtungen

zu einem Werbeplakat und feministischer Empörung. Letztere entzündete sich daran, daß sich auf der Plakatwerbung eines großen Bekleidungshauses ein sechsjähriges Mädchen "lasziv räkele" --
Liebe Feminstin, ein sechsjähriges Mädchen kann sich nicht lasziv räkeln, weil es keinen Begriff davon hat, was lasziv ist. Die angebliche Laszivität entsteht im kranken Gehirn eines pädophilen Betrachters -- oder im überreizten Gehirn von Feministinnen -- und ist überall dort potentiell wahrnehmbar, wo Kinder lebenslustig herumtollen.

Dazu aber später mehr.

tempora mutantur ...

Früher mußten es schön Götter- oder wenigstens Heroen sein, wenn es darum ging, einen Himmelskörper zu benennen.
Heute heißen Planeten Goldilocks oder
Jodiefoster

24
Feb
2006

american way of survival

american way of survival: wenn ich so ungeschickt war, mir heißen kaffe über den schoß zu kippen, oder so blöd, meine nasse katze in der mikrowelle trocknen zu wollen, oder so arglos, meinem söhnchen zum schutz vor regen eine plastiktüte über den kopf zu stülpen:

dann muß doch wer anders schuld am schaden sein?

american way of survival: für jede persönliche ungeschicklichkeit kann ein anderer verantwortlich gemacht werden.

und zahlen.

diese haltung und praxis, die auch hierzulande beginnt, um sich zu greifen, ist beispielsweise schuld daran, daß bus- und straßenbahnfahrer die tür nicht mehr öffnen, wenn sich diese einmal geschlossen hat – auch wenn die ampel rot ist und ein japsender fahrgast eine halbe minute einlaß erbettelt. zu ist zu: und die geschlossene tür markiert den „fahrtantritt“. nach fahrtantritt aber darf der fahrer die tür „aus sicherheitsgründen“ nicht mehr öffnen. ebensowenig, wie er es außerhalb von haltestellen darf. dort ist die welt bekanntlich gefährlich und unberechenbar. und wenn ein fahrgast so dämlich wäre, sich beim einsteigen an einer nicht-haltestelle oder in einem als „fahrt“ definierten zeitabschnitt beim einsteigen den knöchel anzuknacksen, dann wäre klar, wer schuld hat:

„bitte beachten sie, daß der fahrer nach fahrtantritt die tür nicht mehr öffnen darf. dies geschieht aus sicherheitsgründen und schützt uns vor schadensersatzansprüchen“

vielleicht sollten wir ein bißchen besser auf uns selbst aufpassen. dann dürften die fahrer auch wieder so freundlich sein, die tür noch einmal zu öffnen.

schöne neue welt …

16
Feb
2006

fit für den markt?

eine wirklich gelungene pädagogik erzieht zu unabhängigem denken. damit muß sie die möglichkeit der ablehnung ihrer eigenen inhalte seitens der zu erziehenden einkalkulieren. und zulassen.

fit für den markt? (2)

anders ausgedrückt: wer die vordringliche aufgabe der pädagogik darin sieht, kinder „fit für den markt“ zu machen, der übersieht, daß eben diese kinder den „markt“ vielleicht in bausch und bogen ablehnen und ihn durch eine menschenwürdigere gesellschaftsform ersetzen wollen.

fit für den markt? (3)

kinder sind keine investition. kinder sind nicht dazu da, für uns unsere hausgemachten probleme zu lösen. kinder sind selbstbestimmte individuen, die möglicherweise mit der welt, die wir für sie zusammengestückelt, und den werten, die wir uns für diese welt ausgedacht haben, nichts anzufangen wissen. „fit für den markt“ funktioniert nur auf der voraussetzung einer indoktrinierung: „der markt ist gut und es gibt nichts außer dem markt“.
also muß man an ihn glauben. und fit sein, um in seiner arena bestehen zu können. in einer schwertklirrenden arena, die unsere erfindung ist. ob unsere kinder damit einverstanden sein werden, das wird sich erweisen.

15
Feb
2006

real vs ideal

eine gesellschaft hängt davon ab, was die menschen wollen; sie ist keine naturnotwendigkeit. das hat mit realität vs. idealität nichts zu tun.

den markt gibt es, globalisierung gibt es, werbung gibt es, fast-food-ketten, autobahnen, atombomben, boulevardpresse, zweitakter und die widerwärtigen mobiltelephone gibt es, weil menschen das so wollen (oder aus fragwürdigen gründen billigend in kauf nehmen). erdbeben und tsunamis, vulkanausbrüche und asteroideneinschläge gibt es, ob die menschen das wollen oder nicht. das ist der entscheidende Unterschied. ich weigere mich, einen mißstand als unabänderlich hinzunehmen, den sich jemand ausgedacht, den jemand gewollt hat. und, ja, der markt ist für mich ein mißstand. mit wegwünschen hat das nichts zu tun. weghandeln muß man ihn. und durch eine barmherzigere alternative ersetzen. man rede uns nicht ständig ein, man könne das rad der zeit nicht zurückdrehen. man will es nicht. das ist etwas völlig anderes.

der markt ist real. natürlich ist er das. das bedeutet aber nicht, daß er seine realität keiner ideologie verdankt. persönlich ziehe ich eine arme, aber von starker solidarität und kooperation geprägte gesellschaft einer reichen, doch gnadenlos egoistischen konkurrenzgesellschaft vor. ob das jemand idealistisch nennt, ist mir egal.
vielleicht muß aber eine gesellschaft, in der solidarität und kooperation mehr zählen als konkurrenz und wettbewerb, nicht zwangsläufig arm sein: der beweis, daß das doch so ist, steht jedenfalls noch aus.

Anmerkungen
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