Anmerkungen

28
Feb
2008

Na bitte:

Ch. Roches Buch "Feuchtgebiete"

Hier noch mehr zum Buch.

Und hier die Autorin über ihr Buch.

Und hier gibt es einen Blogeintrag darüber.

19
Dez
2007

Frage

Wenn der Satz "Schuld an einem Unglück sind nicht nur die, die es begehen, sondern auch die, die es nicht verhindern" auf mängelbehaftete, in ihren Handlungs- und Verhinderungsmöglichkeiten beschränkte, von Angst und Hemmung gebeutelte Wesen wie uns Menschen gilt: In wieviel höherem Maße müßte er dann für ein allmächtiges Wesen gelten?

25
Sep
2006

merkwürdig ...

... daß Klaus-Maria Brandauer heute in "Mosaik" auf WDR3 keinen Schostakovitsch-Brief las. Mm ---



."Mozart-Hype"

16
Jun
2006

jahrhundert--

was ich auch immer wieder einigermaßen albern finde, ist die ausrufung von sogenannten jahrhundertereignissen, lange, bevor das jahrhunder angefangen hat. ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie viele "jahrhundertsommer", jahrhunderhochwasser", "jahrhundertregen", "jahrhundertausstellungen, "jahrhundertsongs" wir allein in den letzten 5 jahren des vergangenen jahrhunderts hatten.

und kaum hat das neue jahrhundert angefangen, sind auch schon wieder jahrhundertfluten fällig.

die leute haben einfach keine geduld mehr, auch mal 100 jahre zu warten. und: die leute fürchten sich, daß in ihrer lebenszeit womöglich KEIN jahrhundertereignis vorkomme ... nicht auszudenken!

6
Jun
2006

Fifa-Gedöns

Hab ich mich verhört? Kann es sein, daß ... SPINNEN die jetzt komplett?
Ich muß das falsch verstanden haben ... so albern kann man überhaupt nicht sein:

"Herzlich willkommen im Fifa-Bahnhof Köln. Ihre nächsten Reiseverbindungen ..."

Ich glaubte, das TM-Zeichen deutlich herausgehört zu haben.

Ich glaube ICH spinne ...

19
Mai
2006

ich vermute

ich vermute schon seit längerem, daß der "Spiegel" sich auf einer rutschfahrt in richtung regenbogen befindet -- vielleicht durch die konkurrierende nähe des "Fokus" (den ich boykottiere, seit ich weiß, daß die zeitschrift gegen ein traditionsreiches optikermagazin "Fokus" (erfolgreich) prozessiert hat. die dürfen sich nun -- lang lebe unser copyrightrecht -- nicht mehr so nennen, aber das nur nebenbei. gelesen hab ich den "Fokus" übrigens nur in wartezimmern. Nun auch da nicht mehr.

Lieber die "Zeit" lesen, wenn es eine Wochenzeitung sein soll. Schon sprachlich einfach die bessere wahl. Habe kürzlich auch wieder einen variationismus-krampf bekommen, als ich den "Spiegel" las. Der flapsige ton steht einem magazin, das sich für seriös ausgibt, nicht gut zu gesicht. Warum archäologen "schlammwühler" sein sollen, will mir nicht in den kopf ...

18
Mai
2006

impfen!

vor ein paar jahren habe ich mich mit einer fanatisierten mutter über das thema impfen unterhalten ... die frau meinte doch allen ernstes, sie würde ihre kinder nicht impfen lassen, denn das sei „sehr belastend“ für den organismus.

da kann man nur sagen: ja, genau. bestimmt viel belastender, als die krankheit durchzumachen. von tausend an masern erkrankten kindern stirbt eines. wieviele sterben an einer impfung? manchmal möchte man ernsthaft für den kinderschein plädieren.

unverantwortlich so etwas. allenthalben ist zu lesen, daß infektionskrankheiten wieder auf dem vormarsch sind, abgehärtet durch jahrzehntelange erfahrung mit antibiotika und frech grinsend über so viele ungeimpfte körper. das einzige, was geißeln wie masern, röteln, windpocken, keuchhusten und andere abwenden kann, vielleicht sogar für immer von diesem planeten verbannen (wie im fall der pocken gelungen ist), das ist das konsequente, flächendeckende impfen. es geht ja nicht nur um die eigenen kinder, und allein schon denen zuliebe muß man impfen. es geht auch um die anderen. wer sein kind nicht impft, gefährdet auch leben und gesundheit anderer kinder.

weitere informationen hier.

8
Mai
2006

Mal wieder runde Geburtstage

Die rangfolge der in diesem jahr so zahlreichen runden geburts- und todestage , wie sie aus den medien aufscheint, ist klar: erst kommt der MEISTER, dann kommt Freud, und dann Gödel. Wer? Gööööödel! – Kenn ich nicht, wass das denn?
Und das genau ist wieder einmal symptomatisch. Mozart ist wohl über jeden zweifel erhaben, zugegeben, auch wenn der rummel das erträgliche maß bei weitem überschreitet, und die trommel zumeist von denen gerührt wird, die außer zauberflöte und der streicherserenade nr. 13 von Mozarts musik kaum etwas gehört haben dürften, wenigstens nicht bewußt. Aber während Freud eine abstruse, sich jeder falsifikation aalglatt entziehende theorie zurechgezimmert hat, die mehr schaden angerichtet haben dürfte, als daß sie gutes in die welt gebracht hat (siehe „vaginaler orgasmus“, um nur eins zu nennen), gelang Gödel nichts weniger, als den fundamentalsten grundannahmen der damaligen mathematik streng logisch den boden unter den füßen wegzureißen.
MEINE rangfolge wäre daher eine ganz andere. Aber mich hat ja mal wieder keiner gefragt.

18
Mrz
2006

Gesundheitssystem (I)

Man hört immer so viel davon reden, daß unser Gesundheitssystem „zu teuer“, ja womöglich „nicht mehr bezahlbar“ sei; was aber bedeutet das in einer Gesellschaft, die mehr Güter und Wohlstand hervorgebracht hat als je eine vor ihr?
Es bedeutet, daß das Geld da ist; es ist nur niemand bereit, es auszugeben.
Es kann aber keinen Interessensausgleich geben zwischen dem Wunsch des einen nach größtmöglichem Wohlstand, und dem Wunsch des anderen, ein Leben in Gesundheit und Würde zu führen; die Priorität ist völlig klar. Ganz gleich wie die Dinge liegen, das Bedürfnis nach Leben und Gesundheit wiegt als ein Grundrecht unvergleichbar schwerer und ist dem Wunsch nach Reichtum unbedingt vorzuordnen. Daran kann es überhaupt nichts zu rütteln geben. Dieses Recht ist durch kein anderes relativierbar, durch ein – nicht bestehendes – Recht auf Wohlstand schon gar nicht.
Nach Wohlstand oder gar Reichtum kann erst dann gefragt werden, wenn alle mit dem Notwendigen versorgt sind. Dazu gehört auch eine medizinische Versorgung mit allem, was nur menschenmöglich ist. Andernfalls wäre der Reichtum der einen auf die mangelnde medizinische Versorgung der anderen gebaut.
Aus diesem Grund ist auch eine private Gesundheitsvorsorge ein Unding. Es kann nicht sein, daß sich der eine ein Mehr an Gesundheit erkaufen kann, der andere sich aber wegen unzureichender Mittel mit einem Weniger begnügen muß. Da hilft auch nicht, wenn man dieses Weniger als Standard definiert und als Grundversorgung verbrämt. Es darf überhaupt keinen Unterschied geben, sondern das unter den jeweiligen Umständen erreichbare Optimum muß jedem zur Verfügung stehen. Sollte unsere Gesellschaft aber darin übereinkommen, daß wir lieber weniger für unsere Gesundheit aufwenden wollen – dann bitte, muß eine solche Entscheidung auch alle treffen. Denn es ist leicht, für einen Abbau des Gesundheitssystems zu plädieren, wenn man über ein wohlgefülltes Portemonnaie verfügt, mit dem man diesen Abbau wieder ausgleichen kann.

10
Mrz
2006

Liebste Freundin!

Ja, sicher, muß ich noch anmerken, ich koche auch lieber koreanisch oder so; aber manchmal denke ich, jetzt ist es genug, vor allem, wenn den Buchauslagen anzusehen ist, wie KRAMPFHAFT man sich bemüht, noch irgendeinen unbekannten Genuß zu finden oder zu erfinden, irgendeinen Trick, irgendwas NEUES, mein Gott! Da kann es schon einmal vorkommen, daß man alten Wein in neuen Schläuchen bekommt, oder aber völlig abstruses Zeug, was die Welt nicht braucht (zum Beispiel einen Wok: Ist ja soooo gesund, warum, weiß kein Mensch, macht man das richtig, dann schwimmt alles in Fett; klappt aber auch alles nicht, wenn man nicht eine Turbo-Gasflamme in seiner Küche hat. Trotzdem war der Wok, mit den entsprechenden Utensilien, Kochbüchern, Tricks und Tips etc, lange der letzte Schrei). In diesem Zusammenhang kann man bestimmt auch Jogging (statt Laufen), Walking (statt Gehen), Biking (statt Fahrradfahren) oder Chillen (statt Rumhängen) erwähnen. Ansonsten ärgert mich eben, daß 1.) alles, was neu ist, besser ist und 2.) alles, was anders ist, besser ist. Natürlich nur so lange, bis es nicht mehr anders ist. Wer erinnert sich zum Beispiel noch an den Römertopf? War auch mal so eine Masche. Aber zu was anderem nun.

Gestern fand nämlich endlich unser vielverschobenes Literaturtreffen statt, in kleinem, um nicht zu sagen winzigen Kreise: Chr., V., Cl., T., ich selbst. Traurig traurig. Traurig außerdem, daß V. uns verläßt, um ihrem neuen Freund nach Berlin zu folgen und daselbst -- Werbetexterin zu werden. Ita est: Werbetexterin. Mir kommt das Grausen. Werbetexterin, einfach so, ohne mit der Wimper zu zucken. Ich will mir gar nicht vorstellen, daß ich jemanden kenne und schätze, der beruflich den Müll produziert, den ich aus tiefstem Herzen verabscheue, einen Mist, aus dem, wenn ich ihn betrachte, die ganze Hohlheit, Unaufrichtigkeit, Nichtigkeit, Grausamkeit, Gleichgültigkeit, Habgierigkeit dieser Welt in schrillster Weise auf sich aufmerksam macht. Es kann doch nicht im Ernst sein, daß denkende Leute (zu denen ich V. gerne rechnen will) sich nicht zu schade dafür sind, Blablatexte zu schreiben, im Auftrag irgendeiner Firma, die hofft, daß dann mehr Leute ihr Waschpulver oder ihre Fahrrad-, will sagen Bikingklamotten kaufen. Ich will mir nicht vorstellen, daß denkende Leute nicht begreifen, daß wir nicht immer mehr und immer mehr kaufen können -- nicht weil uns das Geld ausgeht oder weil es sinnlos ist, sondern weil die Vorräte an Dingen auf diesem Planeten unaufhaltsam zu Ende gehen und jede Betriebsamkeit, die sich auf ein Mehr stützt, auf lange Sicht zum Scheitern verurteilt ist. Sieht das denn keiner, mein Gott? Was für eine Antwort geben diese Leute, zumal ich sie doch für vernünftig halte, auf die Frage, wie sich die Waschmittelindustrie "Wachstum" vorstellt? Und das mag noch angehen. Aber die Autoindustrie? Es hat doch schon jeder eins oder zwei. Mehr?. Und wo soll das auf Dauer herkommen, dieses Mehr? Und wo sollen diese Fahrzeuge fahren, oder besser: stehen? Darauf muß man doch eine Antwort haben, wenn man sein Leben daran hängt. Wenn ich begriffen habe, daß das Boot leck ist, wie kann ich ruhig schlafen, und sogar am Lock weiterpokeln? Das ist doch eine Frage, die, selbst wenn sie unser Leben noch nicht betrifft, unter den Nägeln brennen muß? Und wie verkraftet das V., die genau dort ihren Platz finden will, wo es darum geht, dieses Mehr in die ökologisch katastrophale Wirklichkeit umzusetzen; und genau dem Vorschub leisten will, was früher oder später, aber mit 100%iger Sicherheit, in die Hose gehen wird. Und ich schweige noch vom Zynismus und der Menschenverachtung, die mit diesem Geschäft verbunden sind; es ist für mich menschenverachtend, weil mit den Nöten der Menschen gespielt wird, die sich sehnen nach Dingen, die ihnen ein Produkt niemals wird geben können. Anstatt die Menschen in ihrer Not zu trösten, benutzt man diese Not, um darin einen Hebel zur Gewinnsteigerung anzusetzen. Ich kann mir kaum eine unehrenhaftere Tätigkeit vorstellen als diese.

Verstörten Gruß,
Unke

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