Glauben

Religiös glauben heißt immer trotzdem glauben. Glauben ist ein Akt der Auflehnung, des Trotzes.

Glaubenmüssen ist eine epistemologische Zumutung. Ein Schmerz.

Der Glaube kann durch kein Ereignis der Welt widerlegt werden.

Religion fließt immer aus einen Zweifel. Gewißheiten sind nie Gegenstände einer Religion. Deshalb gibt es ja auch keine Religion der Finanzbehörde oder des Pazifischen Ozeans. An ihrer Existenz besteht kein Zweifel.

Der Glaube ist untrennbar mit dem Zweifel verbunden. Im Grunde sind Glaube und Zweifel nur zwei Aspekte der selben Haltung.

Ebenso wie der Zweifel gehört zum Gauben die Hoffnung. Deshalb glauben die Menschen eher an einen Gott oder an Engel als an Einhörner oder Trolle. Mit letzteren verbindet sich (heutzutage) keine Hoffnung auf Erlösung oder Heilung. Die Frage nach der Existenz oder Nichtexistenz von Einhörnern hat keinen Einfluß mehr auf unser Weltbild, die Frage nach Gott (für manche auch nach Ufos und gütigen Außerirdischen) schon.

Zu einem Gott gehört, daß er sich nicht zeigt und daß man an ihn glauben muß. Wäre Gott in dieser Welt, müßten wir an etwas anderes glauben.

Träte ein Gott uns unbezweifelbar entgegen, wäre dies das Ende jeder Religion. Die Frage ist jedoch, als was wir ihn wahrnähmen. Vermutlich gar nicht als Gott.

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