american way of survival

american way of survival: wenn ich so ungeschickt war, mir heißen kaffe über den schoß zu kippen, oder so blöd, meine nasse katze in der mikrowelle trocknen zu wollen, oder so arglos, meinem söhnchen zum schutz vor regen eine plastiktüte über den kopf zu stülpen:

dann muß doch wer anders schuld am schaden sein?

american way of survival: für jede persönliche ungeschicklichkeit kann ein anderer verantwortlich gemacht werden.

und zahlen.

diese haltung und praxis, die auch hierzulande beginnt, um sich zu greifen, ist beispielsweise schuld daran, daß bus- und straßenbahnfahrer die tür nicht mehr öffnen, wenn sich diese einmal geschlossen hat – auch wenn die ampel rot ist und ein japsender fahrgast eine halbe minute einlaß erbettelt. zu ist zu: und die geschlossene tür markiert den „fahrtantritt“. nach fahrtantritt aber darf der fahrer die tür „aus sicherheitsgründen“ nicht mehr öffnen. ebensowenig, wie er es außerhalb von haltestellen darf. dort ist die welt bekanntlich gefährlich und unberechenbar. und wenn ein fahrgast so dämlich wäre, sich beim einsteigen an einer nicht-haltestelle oder in einem als „fahrt“ definierten zeitabschnitt beim einsteigen den knöchel anzuknacksen, dann wäre klar, wer schuld hat:

„bitte beachten sie, daß der fahrer nach fahrtantritt die tür nicht mehr öffnen darf. dies geschieht aus sicherheitsgründen und schützt uns vor schadensersatzansprüchen“

vielleicht sollten wir ein bißchen besser auf uns selbst aufpassen. dann dürften die fahrer auch wieder so freundlich sein, die tür noch einmal zu öffnen.

schöne neue welt …

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