real vs ideal

eine gesellschaft hängt davon ab, was die menschen wollen; sie ist keine naturnotwendigkeit. das hat mit realität vs. idealität nichts zu tun.

den markt gibt es, globalisierung gibt es, werbung gibt es, fast-food-ketten, autobahnen, atombomben, boulevardpresse, zweitakter und die widerwärtigen mobiltelephone gibt es, weil menschen das so wollen (oder aus fragwürdigen gründen billigend in kauf nehmen). erdbeben und tsunamis, vulkanausbrüche und asteroideneinschläge gibt es, ob die menschen das wollen oder nicht. das ist der entscheidende Unterschied. ich weigere mich, einen mißstand als unabänderlich hinzunehmen, den sich jemand ausgedacht, den jemand gewollt hat. und, ja, der markt ist für mich ein mißstand. mit wegwünschen hat das nichts zu tun. weghandeln muß man ihn. und durch eine barmherzigere alternative ersetzen. man rede uns nicht ständig ein, man könne das rad der zeit nicht zurückdrehen. man will es nicht. das ist etwas völlig anderes.

der markt ist real. natürlich ist er das. das bedeutet aber nicht, daß er seine realität keiner ideologie verdankt. persönlich ziehe ich eine arme, aber von starker solidarität und kooperation geprägte gesellschaft einer reichen, doch gnadenlos egoistischen konkurrenzgesellschaft vor. ob das jemand idealistisch nennt, ist mir egal.
vielleicht muß aber eine gesellschaft, in der solidarität und kooperation mehr zählen als konkurrenz und wettbewerb, nicht zwangsläufig arm sein: der beweis, daß das doch so ist, steht jedenfalls noch aus.

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