10
Feb
2006

ein verhalten, das mich am meisten ...

... an autofahrern aufbringt, ist die penetrante ostension der vermeintlichen eigenen wichtigkeit; wer mit tempo 50 mit übertourigem motorgejaule im zweiten gang beschleunigend durch die zone dreißig brettert, gibt zu verstehen: ich bin derart wichtig, daß die verkehrsregeln für mich ja wohl nicht gelten dürften. der gibt zu verstehen: ich bin so wichtig, daß mir nerven und gesundheit meiner mitmenschen egal sind.
wenn sich jemand vor versammelter jungmädchenschaft auf den zehnerturm begibt, sämtliche zur verfügung stehende muskeln anspannt, daß die gelenke knacken, sich schließlich, nach einer der bewunderung durch die damenwelt gewidmeten kunstpause und -pose, in anmutigem schwung kopfüber ins becken stürzt – dann kann ich das vielleicht sogar amüsant finden, bestenfalls lächerlich; wenn aber einer mit zwei tonnen bewegter masse in meiner nähe herummanövriert, mir mit quälenden drehzahlen das gehör schädigt, einen schweif giftiger abgase hinter sich herschleppt, den ich dann wohl oder übel atmen muß; besonders wenn es ein jüngling und anzugsfritze im extrabreiten edelschlitten ist, eine hand am steuer, die andere am mobiltelephon, derart cool, daß für ihn nicht einmal die gesetze der physik gelten; wenn mir dann dieser jemand auch noch die vorfahrt nimmt, weil ich ja nur ein fahrradfahrer, also ungefährlich und als konkurrent sowieso nicht ernstzunehmen bin –

dann packt mich eine eiskalte, eine mordlustige wut.

das wissen um die zahl der jährlichen verkehrstoten, und daß autofahren ökologisch eine wahnsinnstat ist, hilft da nicht gerade weiter.

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